Nordirland: Auf den Spuren von Game of Thrones

Im April 2014 hatte ich das große Glück, an einer Pressereise nach Nordirland teilnehmen zu dürfen. Es war schon immer ein Traum von mir, die Grüne Insel zu besuchen und endlich wurde er wahr.

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Das Beste an der ganzen Reise war jedoch das Thema: “Game of Thrones”. Ich bin intergalaktisch großer, unfassbarer und absolut besessener Fan der TV-Serie und der Bücher. Die Vorfreude war bereits riesig und die Angst vor meinem ersten Flug alleine (Ich hatte davor für ein Feature in der WZ zwar in einem Motorsegler ein Stück des Westerwaldes überflogen, aber das war irgendwie nicht vergleichbar…) trat in den Hintergrund. Fünf Tage waren wir (eine Gruppe von Journalisten aus der ganzen Welt – von Peking bis Boston) in Nordirland unterwegs. Neben den zahlreichen Drehorten von Game of Thrones haben wir auch viele andere Plätze besucht. Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Die Iren, auch die im Norden der Grünen Insel, sind ein wirklich nettes Volk, die Landschaft ist atemberaubend und Belfast hat mit seinem rauen Charme mein Herz im Sturm erobert.

Aber zurück nach Westeros….ähm, Nordirland

Als Kampfplatz für die Schlachten um den Eisernen Thron diente zum großen Teil die zerklüftete Landschaft Nordirlands. Hier enthauptete Eddard „Ned“ Stark, der Lord von Winterfell, den Deserteur der Nachtwache, die rothaarige Priesterin Melisandre gebar ihr Schattenbaby, und die „Weißen Wanderer“ verbreiteten Angst und Schrecken. Einige Szenen, die den Zuschauern unvergesslich bleiben werden – nicht zuletzt wegen der Kulisse, die die Hügel, Wälder und schroffen Felsen Nordirlands dabei boten.

Die Reise nach Westeros beginnt dort, wo auch die Serie ihren Anfang nimmt: auf der Hochebene von Antrim bei Cairncastle in der Grafschaft Antrim. Dort, inmitten der grünen Hügel, enthauptete Ned Stark den Deserteur der Nachtwache, der schreckliche Neuigkeiten von jenseits der Mauer überbracht hat. Von der Hauptstadt Belfast aus bietet es sich an, das Nordirland von „Game of Thrones“ über die Causeway Coastal Route zu erkunden. Die rund 200 Kilometer lange Küstenstraße von Belfast bis Londonderry zählt zu den fünf schönsten ihrer Art weltweit. Lange Sandstrände, hohe Klippen, alte Burgen, Ruinen und Schlösser – an dieser Prachtstraße vereint sich die ganze Schönheit der nordirischen Küste. Um zum Drehort in der Nähe von Cairncastle zu gelangen, verlässt man in der Hafenstadt Larne die Causeway Coastal Route und folgt den meist recht holprigen Straßen in die Hochebene von Antrim.

Die Glens von Antrim sind eine Gegend von unberührter Schönheit. Auf den ersten Blick wirkt die Landschaft lieblich, bedeckt mit leuchtend grünen Wiesen, auf denen unzählige Schafe weiden. Doch die schroffen Felsformationen und tiefen Schluchten wiederum verleihen den Glens von Antrim eine gewisse Strenge. In einen Schleier aus feinem Nebel gehüllt – der bei nordirischen Wetterverhältnissen keine Seltenheit ist –, erscheint die Hochebene fast schon unwirklich. Dort spürt man, warum die Macher von „Game of Thrones“ gerade Nordirland als einen der Hauptdrehorte ausgewählt haben. Auch ohne Spezialeffekte und Computeranimationen wirkt dieses Westeros glaubhaft.

Zurück auf der Causeway Coastal Route geht es weiter in den 600-Seelen-Küstenort Glenarm, was übersetzt „Tal der Streitmacht“ heißt. Und hier wird auch tatsächlich für die Kämpfer der Starks, Lannisters, Baratheons oder Targaryens geschmiedet. Allerdings keine Waffen, wie der streitbare Name vermuten lässt.

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In der Goldschmiede Steensons Workshop & Gallery entstehen vielmehr die filigranen Schmuckstücke, die die Figuren in der Serie tragen: beispielsweise die Krone von König Joffrey Baratheon, Margaery Tyrells Hochzeitstiara, die Kette der Hand des Königs, die Drachenbroschen von Daenerys Targaryen oder die Spottdrosselbrosche von Lord Petyr „Kleinfinger“ Baelish. Im Besucherzentrum kann man den Künstlern von Steensons bei der Arbeit über die Schulter sehen und auf einem Bildschirm die Entstehung der „Game of Thrones“-Schmuckstücke mitverfolgen.

In Cushendun, einem winzigen, rund 140 Einwohner zählenden Dorf direkt an der Küste, befinden sich zu Fuß sehr gut zugängliche Höhlen, die in der zweiten Staffel von „Game of Thrones“ den Schauplatz eines wahrlich gruseligen Szenarios boten: Hier brachte die rothaarige Zauberin Melisandre das Schattenbaby mit dem Gesicht von Lord Stannis Baratheon zur Welt, das später dessen Bruder Renly ermordete.

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Vor dem Hype um die Serie waren die Höhlen und Cushendun selbst eher touristisches Niemandsland. Obwohl der pittoreske Küstenort eine kleine Perle ist, wurde er von Nordirlandreisenden in der Regel links liegen gelassen. Heute steht Cushendun auf der Liste der meistgeführten „Game of Thrones“-Touren.

Im Inland der Grafschaft Antrim nordöstlich vom Ort Ballymoney befindet sich die Bregagh Road, über die Arya Stark, verkleidet als Junge, aus Königsmund geflohen ist. Besser bekannt ist die schmale Landstraße unter dem Namen „The Dark Hedges“ (Die dunklen Hecken). Die mehr als 200 Jahre alte Allee, bei der die Kronen der Buchen oben zusammengewachsen sind, wurde ebenfalls durch „Game of Thrones“ als Reiseziel und Fotomotiv sehr beliebt.

nijBeim Fotografieren sollte man aber unbedingt auf den Verkehr achten, da es sich bei der Bregagh Road um eine öffentliche Straße handelt.

Von den Dark Hedges ist es nicht mehr weit bis zu einem ganz markanten Drehort: Sturmkap, der traditionelle Sitz des Hauses Baratheon.

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Hier in Larrybane, wie der Ort in Wirklichkeit heißt, wurde beispielsweise die Szene gedreht, in der Brienne von Tarth Loras Tyrell im Duell besiegt. Eine auf natürlichem Wege entstandene Freiluftarena, eingerahmt von steilen Kalksteinklippen und einem beeindruckenden Panoramablick auf die Küste und den Ozean.

Szenenwechsel: Als Theon Graufreud nach langen Jahren in Winterfell zurück in seine Heimat, die Eiseninseln, kommt, legt sein Schiff in einem malerischen, kleinen Hafen an. Hier diente der Ballintoy Harbour in der Grafschaft Antrim als Kulisse. Ein großes Schild am Eingang des Hafens, der immer noch für lokale Fischer in Betrieb ist, zeichnet den Ort als Schauplatz der Dreharbeiten zu „Game of Thrones“ aus.

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Wenn der irische Wind das Meer über die Hafenmauern peitscht, kann man sich gut vorstellen, dass hier die stolzen Bewohner der Eiseninseln zu Hause sind.

Hoch oben im Norden liegt der Downhill Beach, County Derry-Londonderry. Hier an diesem kilometerlangen Sandstrand verbrannte die rote Priesterin Melisandre die sieben Götter von Westeros und huldigte dem Herren des Lichts. Was man bei dieser Nachtaufnahme nicht sieht, ist der Mussenden Temple, ein Kuppelbau, der am äußersten Rand der Steilklippen thront.

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Die Reise durch Westeros führt wieder in Richtung Süden, ins County Down. Auf dem Gelände von der Ruinen von Inch Abbey, einer ehemaligen Zisterzienserabtei im westlich von Downpatrick, hatte Robb Stark sein Lager aufgeschlagen. Der Fluss Quoile stellte außerdem den Roten Arm in den Flusslanden dar, der Heimat der Tullys.

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„Winter is coming“, so lautet der Leitspruch des Hauses Stark von Winterfell. Und auch Winterfell findet man im Norden der Grünen Insel. Das südlich von Belfast liegende Castle Ward am Ufer des Strangford Lough im County Down diente als Kulisse für den Familiensitz der Starks.

nip nioDas dort ansässige Clearsky Adventure Centre bietet ein buntes Programm rund um die Serie – von der Fahrradtour zu den nahegelegenen Drehorten, über Bogenschießen in original Kostümen bis hin zum deftigen Rittermahl im Zelt.

Auch der Tollymore Forest Park in der Nähe der Stadt Newcastle und der mächtigen Mourne Mountains, den höchsten Bergen Nordirlands, diente gleich mehrfach als Kulisse. Theon Graufreud macht im Tollymore Forest keine erfreulichen Erfahrungen, denn er wird dort vom sadistischen Ramsay Schnee gejagt, und in der ersten Szene der ersten Staffel reiten die Männer der Nachtwache durch den verwunschenen Wald und haben eine schicksalhafte Begegnung mit den „Weißen Wanderern“.

nitUnd wo die Geschichte über den Kampf um den Eisernen Thron einst begann, endet eine faszinierende Reise durch Nordirland.

Eingeladen wurde ich von Tourism Ireland und dem Northern Irish Tourist Board.

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4 Gedanken zu “Nordirland: Auf den Spuren von Game of Thrones

  1. Hallo Larissa,
    ich hab deinen Reisebericht zu den Game of Thrones Schauplätzen sehr genossen! Auch ich liebe diese Serie über alles und bin schon ein wenig neidisch ;). Mach weiter so! Das Bloggen ist `ne super Sache, sehr bereichernd und erfüllend :)!
    Liebe Grüße
    Steffi

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    • Hallo Steffi,

      ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut. Besonders, weil es der ALLERerste Kommentar auf einen meiner Blogposts ist. 🙂
      Ich muss schon sagen, dass der Anfang als „Blogger“ nicht so einfach ist, wie oft beschrieben. Momentan fühle ich mich noch, als würde ich für mich alleine schreiben. Aber gut Ding will Weile haben und Spaß macht es mir auch jetzt schon.

      Liebe Grüße
      Larissa

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      • Und der Spaß daran ist auch das Wichtigste. Der Rest kommt mit der Zeit. Erzähl einfach jedem, den du triffst von deinem Blog, mach ein bisschen Werbung und schreib fleißig weiter, dann wächst dein Publikum stetig 🙂

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