Oh du schöner Westerwald – Ein Loblied auf die Heimat

„Wie schön ist es, eine Heimat zu haben und eine Heimat, mit der man durch Geburt, Erinnerungen und Liebe verwachsen ist.“

Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck (1815 – 1898)

 

Ich bin Westerwälderin – mit Leib und Seele. Es gab Zeiten, da habe ich die ländliche Einöde meiner Heimat verflucht, wollte weg. Irgendwo hin, wo was los ist. Wo der Bär steppt und nicht wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Mittlerweile liebe ich die ländliche Einöde meiner Heimat. Ich bin gerne ein Landei. In die Stadt hat es mich noch nie gezogen.

Ein Jahr lang habe ich an der Ostsee, in Travemünde, gelebt. Es war eine schöne Zeit. Am Meer zu leben hat seinen ganz eigenen Reiz. Obwohl es an der Ostsee auch Bäume und Wälder gibt, waren es eben nicht die Bäume und Wälder meiner Heimat. In dem Jahr, fernab von ihr, habe ich diese Heimat ganz besonders zu schätzen gelernt. Ich habe gemerkt, dass meine Wurzeln ebenso stark sind wie die er alten Bäume, die ich so sehr liebe.

Hier im Westerwald, wo alles irgendwie gemächlicher ist, kann Einöde auch Idylle sein. Er ist eine grüne Lunge zwischen den beiden smogverhangenen Ballungsgebieten Rhein-Main und Rhein-Ruhr. Hier werden Traditionen gepflegt, man kennt sich. Der Gruß „Hui! Wäller? – Allemol!“ ist auch über die Grenzen der Region hinweg bekannt. Er stammt übrigens von einem gewissen Adolf Weiß, seines Zeichens Landwirt in Mademühlen. 1913 kam ihm der Erkennungsgruß der Westerwälder in den Sinn, dessen Entstehung er einst mit folgenden Versen erklärte:

„Das ‚Hui‘, das hat mich der Sturmwind gelehrt,

wenn er wild über die Heide fährt,

und ‚Wäller‘ wir ja ‚allemol‘ sind,

wir trotzen dem Regen, dem Schnee und dem Wind.“

Überregional bekannt ist auch das Lied „Ich bin aus’m Westerwald“ von Ulrik Remy. Wie ich finde, eine wunderschöne Liebeserklärung an meine Heimat, die auch mit diversen Vorurteilen gegenüber der Region und den Wällern aufräumt. Hier könnt ihr es euch anhören.

Der Westerwald ist ein Mittelgebirge, das sich über Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen erstreckt. Begrenzt wird er von den Flüssen Sieg im Norden, Rhein im Westen, Lahn im Süden und Dill im Osten. Begrenzt sind auch die Verkehrsanbindungen – eine Autobahn sucht man im Westerwald vergeblich. Dafür bekommt man viel unberührte Natur geboten. Der Standardspruch vieler Bekannter, die mich zum ersten Mal hier in meinem ländlichen Zuhause besucht haben, lautete ungefähr: „Ich dachte schon, mein Navi hätte mich irgendwie auf Irrwege geführt. Kilometerlang nur Bäume und ein paar Häuser am Straßenrand.“

Ja, für einen eingefleischten Städter kann ein Besuch bei uns Wällern schon einmal zum Kulturschock werden. Meine Gäste haben es aber bisher immer überstanden, die meisten konnten der idyllischen Einöde recht schnell etwas abgewinnen. Denn es ist schön hier. Und trotz vieler Hügel und Wälder leben wir schon lange nicht mehr hinter den sieben Bergen. Der Westerwald ist Ferienziel und Wirtschaftsstandpunkt gleichermaßen – das eine schließt das andere nicht aus. Auch hier bei uns gibt es innovative Ideen, kreative Köpfe und eine Kultur- und Kunstszene. Vor allem aber gibt es Natur. Große Waldgebiete, sanfte Hügel und kleine Seen. Für Wanderer – zu denen ich zugegebenermaßen nicht zähle – ist der Westerwald ein Eldorado. Zahlreiche Routen, beispielsweise der Westerwald Steig, führen durch die Region. Ich bin allerdings froh, ein Auto zu besitzen. Ohne fahrbaren Untersatz wäre man hier so manches Mal aufgeschmissen.

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Es gibt viel zu entdecken. Auch für mich als Einheimische. Zwar lebe ich nun schon über 34 Jahre hier im Westerwald, aber ich habe noch lange nicht alles gesehen. Aus diesem Grund habe ich mir auf die Fahne geschrieben, meine Heimat besser kennenzulernen. Neue Orte zu entdecken, neue Dinge auszuprobieren und neue Menschen zu treffen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf meiner Reise durch den Westerwald begleitet. Was sollte ich mir unbedingt anschauen? Über was würdet ihr gerne lesen? Wen sollte ich treffen? Schreibt mit doch eure Vorschläge als Kommentar unter diesen Post.

Und folgt mir auf der Reise durch den Wald. Bis dahin: „Hui! Wäller? – Allemol!“

 

 

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5 Gedanken zu “Oh du schöner Westerwald – Ein Loblied auf die Heimat

    • Hallo Verena,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Eine neue Geschichte ist schon in der Mache. Und wenn das eine Einladung sein soll, dann nehme ich sie gerne an. Allerdings nur, wenn du als „Fremdenführerin“ fungierst. 🙂

      Viele Grüße
      Larissa

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