Viele schöne Plätze entdeckt man erst, wenn es schon fast zu spät ist. So erging es mir und meiner Familie beim vergangenen Bretagneurlaub. Es war der vorletzte Tag unseres zweiwöchigen Urlaubes im Nordwesten der Bretagne, im Finistére. Wir saßen in unserem Ferienhaus in Locmaria-Plouzané und überlegten, was wir mit dem angebrochenen aber wunderbar sonnigen Tag anfangen sollten. Weite Strecken mit dem Auto wollten wir nicht mehr zurücklegen, also richteten wir unser Augenmerk auf die nähere Umgebung. Nach einem Blick auf die Karte mit den eingezeichneten „Sehenswürdigkeiten“ rund um unser Feriendomizil stellen wir schnell fest, dass wir die alle schon erkundet hatten. Plötzlich fielen meine Augen auf einen unscheinbar eingezeichneten Leuchtturm mit dem Namen „Phare du petit Minou“, der nur ein paar Autominuten von uns entfernt sein sollte. „Leuchttürme gehen immer“, dachten wir uns und machten uns auf den Weg.
Schnell hatten wir die Schilder gefunden, die uns nach Le Petit Minou und zum gleichnamigen Leuchtturm führen würden. Auf dem Weg zum Meer nahm die – in diesem Teil der Bretagne sowieso sehr hügelige Landschaft – nahezu alpine Ausmaße an. (Ok, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber die Felswände sind ordentlich hoch.) Es ist einfach ein herrlicher Platz. Im Wasser der kleinen Bucht tummelten sich auch Anfang April schon zahlreiche Surfer, um mit ihrem Board die perfekte Welle zu erwischen. Die geschützte Bucht von Le Petit Minou gehört zu einem der Hotspots für Surfer, nicht nur aus Brest.

Vom Parkplatz aus führt ein (anfangs recht steiler) Klippenpfad direkt zum Phare du petit Minou – dem Leuchtturm des kleinen Kätzchens. Auch wir folgten diesem Pfad und genossen den Ausblick, den man von dort aus auf die, von schroffen, hohen Klippen eingerahmte, Bucht hat. Überall sorgten die Blüten der ersten Frühlingsboten für bunte Farbkleckse auf den Felsen. Tief unter uns, am Meer, waren die Steine schwarz vor Miesmuscheln. Weiterlesen →
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